von Beate Meier (Kommentare: 0)

Aktionismus im Fluss?

Nachhaltigkeit

Wieder sind ein paar Wochen vergangen. Der Herbst ist da und ich habe diesmal vor allem Fragen aus Begegnungen, Unterhaltungen, Beobachtungen des Alltags, von denen auch ich mir immer wieder welche stelle. Nich immer gleich mit Antworten, sondern eher einfühlend, eine Art innere Kontemplation. Gut, um mal wieder meinen aktuellen Fluss zu klären, oder ob ich im (mentalen) Stau stecke.

„Not-wendig-keit“, Bedarf und Bedürfnis. Wie nachhaltig sind Deine Aktionen? Planst Du eine Tour, wenn Dein Körper Dir Signale sendet, in sich einzukehren, sich zu erholen, vielleicht Erlebtes zu integrieren?

Wie viel Geduld hast Du mit Deinen Lebensbedingungen? Der vordergündig nervige Kunde oder Nachbar, der vordergründig falsche Job, die vordergründig schwierige Partnerschaft, die vordergründig knappen Finanzen, die vordergründigen Zipperlein...? Hat Dein Geist die Oberhand, Dir zu erzählen, dass Du was erleben müsstest, was anders sein sollte, was „besser“ wäre, oder spürst Du, was Du wirklich an Ausgleich brauchst, um was es geht? Was hindert Dich, damit zu sein?

Kann Dein Ego damit leben, dass gerade nicht mehr Raum bleibt, als einfach was gutes zu Kochen, Dir eine Blume auf den Tisch zu stellen, aus dem Fenster zu schauen, anstatt „was Neues“ zu suchen, in bunten Städten oder exotischen Palmenhainen, im so-und-so-vielten Workshop oder Marathon?

Wie gehst Du mit Finanzen um, was gibst Du wofür aus? Befasst Du Dich wirklich damit, oder lässt du Dich blind davor hertreiben, oder sorgst sogar selbst dafür, Dich zu stressen? Kannst Du das Thema Geld wirklich energetisch „annehmen“ und bewusst gestalten? Was macht dir wirklich Druck dabei?

Und wenn du dort bist und dies und jenes tust oder ausgibst, ist es ablenkend, ach so beruhigend, dass Du Dich nicht spüren musst, oder nachhaltig, fürsorglich mit Dir, nährend und stärkend? Stützend oder annehmend im Sein, oder bequeme Betäubung? Was passiert, wenn Du ins Hier zurück kommst, oder länger im „Dort“ verweilst? Was bleibt?

Wenn Du entscheidest, andere Menschen zu treffen, bist Du an ihnen interessiert, daran, Dich zu verbinden, Dich zu entwickeln, oder heimlich dabei, Deine Langeweile, Deine vordergründige „innere Leere“ auszufüllen, auch sie als Ablenkung zu benützen? Wie oft bist Du mit Dir allein und was geschieht dann? Hast Du Dir einen regelmässigen Platz dafür eingerichtet, Dich kennen zu lernen?
Wie lächelst Du Dir selbst und Anderen zu, offen oder „über“? Wenn du lachst, kommt das aus Deinen Bauchmuskeln, herzlich befreiend und treibt Dir mal Tränen in die Augen, oder ist es ein lautes, aufgeregtes Geschalle und Gekichere, mit dem Du den traurigen Clown in Dir trösten und zur Geltung bringen willst?

Wenn Du abends im Bett liegst und noch mal ganz bewusst den Tag revue passieren lässt, an was überhaupt, an wie viel wahrnehmende Präsenz im Moment, erinnerst Du Dich, erinnert sich Dein Körper-Gefühl? Wie authentisch bist Du, oder löst Du Dich immer wieder auf, in den Geschichten Deines Geistes?

Jemand sagte mal zu mir: „Wenn Sie den Kick im Leben suchen, dann nehmen Sie Drogen. Das ist einfacher.“ Es ist ebenso wahr, je bequemer das Bett ist, dass das Leben uns vielleicht bereitet, desto grösser könnte die Illusion sein. Je präsenter Du bist, desto lebendiger und authentischer wird es sein.

Und Du, kannst Du den Fluss des Lebens zulassen, laufende Veränderung, mal über die Steine aufwärts springen müssend, mal atemraubend rasant, mal sanft umspielend, mal leise unterirdisch rieselnd? Und, hinter allen Fassaden und Kulissen für die Aussenwelt, bist Du selber in Kontakt mit der eigentlich steten Kraft, die unablässig weiterströmt? Was tust Du dafür?

 

Sei gut mit Dir.

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